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IVOM

IVOM – intravitreale operative Medikamentengabe

Bild 1: Schema einer intravitrealen Injektion Quelle: UAK Tübingen

Bei der Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration werden verschiedene Medikamente ambulant und unter operativen Bedingungen ins Augeninnere verabreicht (injiziert). Selbstverständlich erfolgt nach den Eingriffen eine postoperative Kontrolle.

Auf diese Weise lässt sich das erkranktes Gewebe (Netz- oder Aderhaut) im Auge direkt über längere Zeit behandeln. Bei einer Behandlung mit Tabletten käme nur ein sehr kleiner Teil des Medikamentes im Auge an, da dieses erst die Magen-Darm-Passage durchlaufen muss und dann erst durch den Blutkreislauf verteilt wird. Außerdem können Medikamente auf diese Weise an anderen Organen im Körper unerwünschte Nebenwirkungen entfalten. Tropfen und Salben, die in die Lidspalte eingebracht werden, können oft nicht in ausreichender Dosierung zu den Strukturen im hinteren Bereich des Augapfels gelangen.

Die so genannte intravitreale Medikamenteneingabe ist darum in vielen Fällen eine Alternative. Bei einer solchen Operation spritzt der Augenarzt unter örtlicher Betäubung ein Medikament in das Innere des Augapfels (Glaskörper). So gelangt der Wirkstoff leicht an die Netzhaut und kann kaum Nebenwirkungen an den übrigen Organen verursachen. Besondere chemische Zusammensetzungen der Hüllsubstanzen für einige der Arzneistoffe ermöglichen darüber hinaus eine langsame und kontinuierliche Freisetzung des Medikamentes. Diese Behandlungsmethode wird zum jetzigen Zeitpunkt hauptsächlich angewandt bei:

  • altersbedingter Makuladegeneration (nur der feuchten Form)
  • Netzhautschädigung durch pathologische Gefäßprozesse (z. B. Venenthrombosen, Gefäßmissbildungen)
  • Netzhautschädigung im Rahmen eines Diabetes mellitus
  • Blutungen unter der Netzhaut, die diese abzuheben und zu schädigen drohen
  • Schwellung (Ödem) der Stelle des schärfsten Sehens (Makula)

Bis vor wenigen Jahren war der Verlauf der o.g. Netzhauterkrankungen nicht oder nur kaum beeinflussbar. Jetzt kann man mit intravitrealer Medikamentengabe nicht nur eine Stabilisierung des Befundes, sondern in den meisten Fällen auch eine für den Patienten bemerkbare Sehverbesserung erreichen.

Voraussetzungen

Die intravitreale Injektion darf nur von einem Facharzt für Augenheilkunde durchgeführt werden. Zudem benötigt der behandelnde Arzt Erfahrungen in der Durchführung solcher Injektionen. Auch sollte er über gute Kenntnisse in der Beurteilung von Fluoreszenzangiographien (Darstellungen der Blutgefäße mittels Kontrastmittel) verfügen.

Operationsverlauf

Bild 2: Der Patient wird in den OP-Saal gefahren.

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Bild 3: Desinfektion des äußeren Auge mittels Povidon-Jod.

Um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, führen wir diese Behandlung ausschließlich in unseren sterilen OP-Räumen durch. Lider, Bindehaut und die umgebenden Hautbezirke werden vorher mit dem gegen Krankheitserreger wirkenden Povidon-Jod behandelt (Bild 3).

Die Operation dauert nur wenige Minuten. Dabei wird das Auge nur örtlich betäubt. Weitere Bilder vom Eingriff sehen Sie –> hier

Nebenwirkungen

Nach der Injektion kann der Patient vorübergehend kleine runde Schatten wahrnehmen (Luftbläschen), die sich innerhalb kurzer Zeit selbständig zurückbilden. Eine vorübergehende Augendruckerhöhung oder –erniedrigung sowie kleine Blutungen können dabei entstehen, sind aber harmlos und bilden sich zurück. Schwerwiegendere Komplikationen sind extrem selten.

Komplikationen

Unmittelbar nach dem Eingriff wird überprüft, ob der Patient einen Lichtschein oder Finger wahrnehmen kann. Dies zeigt an, dass die Durchblutung der Netzhaut durch eine mögliche Drucksteigerung nicht gestört wurde. Weitere Komplikationen einer intravitrealen operativen Medikamenteneinbringung können sein:

  • die Einblutung in den Glaskörper
  • die Abhebung der Netzhaut
  • die versehentliche Injektion unter die Netzhaut
  • die Verletzung der Augenlinse

Insgesamt ist bei diesem Eingriff mit einer Komplikationsrate von weniger als einem Prozent zu rechnen. In der Regel folgen aus solchen Komplikationen aber keine dauerhaften Schäden. Bei der Injektion von Corticosteroiden (Triamcinolon/Dexamethason) sind als zusätzliche Nebenwirkungen eine Augeninnendruckerhöhung und die Zunahme eines Grauen Stars möglich.

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Fotos: ©Esodoxia AG

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